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Mittwoch, Februar 01, 2006

Hacker vs. Cracker: Wikipedia uneinsichtig

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden. Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

So wie in diesem Einleitungstext schreibt es jedenfalls der Artikel 20 des Grundgesetz (GG) vor. Und wenn man sich die letzten Wochen der Wikipedia anschaut, wie die Rechtsprechungen des Bundesgerichtshof und zahlreiche Gesetze von der Wikipedia mit deren verantwortlichen Administratoren ignoriert werden, wie die Entscheidungen der Berliner Gerichte von der Wikipedia schlicht einfach missachtet werden, kommt man klar zu dem Ergebnis, dass böswillige Crackers am Werke sind.

Hacker

Stark vereinfacht ausgedrückt ist ein "Hacker" ein überaus talentierter Computerspezialist und gutwilliger Computerfreak um auf Sicherheitsprobleme aufmerksam zu machen und Lösungsvorschläge zu entwickeln. Im Detail bauen Hacker beispielsweise Informationsnetze auf und erreichen so, dass diese Sicherheitslücken geschlossen werden. Beispiel: "Wikipedia und Boocompany ignorieren Sicherheitslücke".

Cracker

Ein böswilliger Computerfreak jedoch, welcher - im Gegensatz zu einem Hacker - seine Fähigkeiten zum Zwecke einer Zerstörung einsetzt, wird als "Cracker" charakterisiert. Crackers legen Netze lahm, löschen oder verändern wichtige Daten, bereichern sich auf kriminelle Art oder terrorisieren ihre Mitmenschen durch absichtlich herbeigeführte Manipulationen, um gezielt Schaden anzurichten. Beispiel: "Wikipolizei: Das hässliche Gesicht der Wikipedia" oder "Wikipedia: Kritik ist streng geheim".

Das Objekt Wikipedia

Auf einem Server innerhalb der EU wurde die SQL-Datenbank und die Mediawiki-Software installiert. Ursprüngliches Ziel war, Begriffe und Ereignisse möglichst genau zu beschreiben und darüber der Öffentlichkeit zu berichten. Bezugnehmend auf Personen gehören zu den Ausnahmeregelungen sogenannte berühmte Personen der Zeitgeschichte. Beispiel: Johann Sebastian Bach (Komponist des Barock), Friedrich Schiller (Dichter, Dramatiker und Historiker), Johann Wolfgang von Goethe (Weimarer Klassik) oder Christoph Kolumbus (Entdecker Amerikas).

Teledienst und Mediendienst

Es handelt sich bei dem Objekt Wikipedia sowohl um einen Teledienst als auch um einen Mediendienst. Die Wikipedia-Plattform ist ein elektronischer Informations- und Kommunikationsdienst, der für eine individuelle Nutzung von kombinierbaren Daten wie Zeichen, Bilder oder Töne bestimmt ist und denen eine Übermittlung mittels Telekommunikation zugrunde liegt (Teledienst).

Die Wikipedia-Plattform ist gleichzeitig auch ein Mediendienst, da das Angebot und die Nutzung an die Allgemeinheit gerichteten Informations- und Kommunikationsdienste in Text, Ton oder Bild insbesondere im Sinne einer Berichterstattung verbreitet werden. Als Mediendienst ist Wikipedia-Plattform insbesondere ein Verteildienst in Form von direkten Angeboten an die Öffentlichkeit für den Absatz von Waren oder Erbringung von Dienstleistungen, einschließlich unbeweglicher Sachen, Rechte und Verpflichtungen, gegen Entgelt (Teleshopping); Verteildienst, in denen Messergebnisse und Datenermittlungen in Text oder Bild mit oder ohne Begleitton verbreitet werden; ein Verteildienst in Form von vergleichbaren Textdiensten; ein Abrufdienst, bei denen Text-, Ton- oder Bilddarbietungen auf Anforderung aus elektronischen Speichern zur Nutzung übermittelt werden. Wikipedia kann von daher auch als ein Online-Magazine verglichen werden, dessen Autoren Artikel für die Öffentlichkeit erstellen (Mediendienst).

Der verantwortliche Diensteanbieter

Personen, die Inhalte in den Teledienst und Mediendienst zum Zwecke einer Verbreitung einbringen, sind als einzelne und eigenständige Diensteanbieter für die auf der Wikipedia-Plattform eingebrachten Inhalte verantwortlich und gemäss § 6 TDG und § 10 MdStV impressumspflichtig. Bei einem Verstoss gegen § 6 TDG droht ein Bussgeld bis zu 50.000,- Euro (§ 12 TDG) und bei einem Verstoss gegen § 10 MdStV ein Bussgeld bis zu 250.000,-- Euro (§ 24 MdStV).

Speziell für den Server mit den dort fahrenden Datenbanken, der Mediawiki-Software und den Leitungsverbindungen ist ein eigener Diensteanbieter (Provider) hierfür verantwortlich, wobei hierzu als Sonderfall der § 9 TDG anzuwenden ist: Sie sind nämlich als Diensteanbieter für fremde Informationen, die sie in einem Kommunikationsnetz übermitteln oder zu denen sie den Zugang zur Nutzung vermitteln, dann verantwortlich, wenn sie als Diensteanbieter absichtlich mit einem der Nutzer seines Dienstes zusammenarbeitet, um rechtswidrige Handlungen zu begehen.

Der Bundesgerichtshof hat zur Frage der Verhältnismässigkeit - um diese höchstrichterliche Entscheidung auf Wikipedia-Diensteanbieter anzuwenden - entschieden, dass nicht in jedem einzelnen Inhalt ein vollständiges Impressum angebracht werden muss, jedoch hat der verantwortliche Diensteanbieter ausdrücklich dafür zu sorgen, dass der Weg zur Anbieterkennzeichnung leicht auffindbar mit nur einem Mausklick (d.h. mit nur einem Link) zu erfolgen hat. Wie dies in der Praxis bei der Wikipedia-Plattform umgesetzt wird, zeigt das folgende Beispiel:

Foto: BGH-Rechtskonformer Link zum Impressum innerhalb eines Wikipedia-Artikels


Der Eingriff der Crackers in der Praxis

Sogenannte Crackers, also böswillige Personen und Kriminelle, greifen unbefugt in redliche und urheberrechtlich geschützte Inhalte ein und manipulieren diese ohne gesetzlich vorgeschriebenen Rechtsnormen zu beachten. Als Motiv geben sie an, sie seien die ausführende und vollstreckende Wikipolizei im Sinne als eine deutsche Vollstreckungsbehörde. Als besonderes Qualifikationsmerkmal der Heimlichkeit sind die nächtlichen Verübungen zu heimlich vorgenommenen Ausführungen zur Datenunterdrückung und Datenveränderung erkennbar. Die Ermittlung der Straftäter kann über die Datei-Geschichte ("History") erfolgen. Beispiel: Böswillige Entfernung der rechtskonformen Impressumsangaben von redlichen Autoren redlicher Inhalte in Verbindung mit der zugehörigen History als solche, insbesondere ohne das Einverständnis vom Urheber zu besorgen oder mit diesem darüber zu diskutieren.

Beliebt sind bei Crackers auch, die Datenbank als ein frei zugängliches Führungszeugnis und Erziehungsregister umzuwandeln, um vorsätzlich Persönlichkeitsrechte von personenbezogenen Betroffenen zu verletzen, die gerade nicht zu berühmten Personen einer Zeitgeschichte gehören. Beispiel: Gekürzte Familiennamen werden vorsätzlich und ohne Impressumsangaben heimlich vervollständig, um personenbezogene Betroffene zu schädigen, z.B. am 31.01.2006 um 21:26 Uhr, am 31.01.2006 um 22:39 Uhr, am 31.01.2006 um 22:40 Uhr, am 31.01.2006 um 22:41 Uhr. Der Zweck des Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist, den einzelnen davor zu schützen, dass er durch den Umgang mit seinen personenbezogenen Daten in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt wird.

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