FvMM

Samstag, Februar 11, 2006

Interview: Freiherr von Gravenreuth mit FvMM/IG (FAQ Wikipedia)

Ein Interview über die mafiösen Verstrickungen zwischen der Wikimedia Deutschland, der deutschsprachigen Wikipedia, der amerikanischen Wikimedia Foundation und die im Umkreis weiteren Beteiligten. Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth aus München stellt Fragen. Eine IG und die Freunde vom Maulwurf antworten. Insgesamt 21 Leute waren daran beteiligt.

Update: Die Fragen stellte Rechtsanwalt Freiherr von Gravenreuth bei Wikipedia, eine Enzyklopädie für freies Nichtwissen: Die Wikimedia Deutschland löschte die ersten Antworten zu diesem Interview und tauschten sie mit eigenen Antworten aus. Deswegen haben wir unsere Antworten hier wiedergegeben. Kein Grund zur Beunruhigung, liebes R-Archiv, auch wenn Admin und Wikipolizist Tim "avatar" Bartel euch in Panik versetzen möchte. Ob jedoch Herr Freiherr von Gravenreuth einen Hasenbraten beim Inder verspeist hat, wie wir es getan haben, war nicht Thema des Interviews. Auffliegende PR Enten hatten wir schon. Aber nun zur Sache:

Die von Gravenreuth gestellten Fragen waren:

  • 1) Was für eine Stellung hat der deutsche WIKIPEDIA Verein?

  • 2) Ist er ausschließlich ein Fanclub zu der Inc. in den USA?

  • 3) Ein Fanclub wie zu einem Fußballverein, der auch nicht haftet, wenn der Verein Mist macht oder ist dieser Verein mehr?

  • 4) Hat/nimmt dieser Verein selbst Einfluss auf WIKIPEDIA?

  • 5) Wer darf, warum in diesem Verein in WIKIPEDIA was machen?

  • 6) Nur ein Beispiel hierzu ist die Frage, wer von wem und warum welche Sperrrecht bei WIKIPEDIA bei hat. (Die Beiträge zur NPD und zum Verlag Heinz Heise sind bekanntlich gesperrt.)

  • 7) Vergibt die amerikanische Inc. dieser Sperrechte oder mischt da der deutsche WIKIPEDIA Verein mit?

  • 8) Sobald er mitmacht ist er nicht nur ein Fanclub, sondern haftet ggf. auch - zumindest als Mitstörer!?

  • 9) Gravenreuth: Mit den Zugriffs-, Verwaltungs- und Vollstreckungsrechten wären die Admins möglicherweise Verrichtungsgehilfe der Wikimedia Foundation Inc.. Welche genauen Dienste bieten Admins aus Deutschland an?


Zu dieser FAQ Wikipedia hat es relativ lange Antworten von Mehreren gegeben, die inhaltlich gesehen allesamt identisch waren. Wir tragen somit eine zusammenfassende Antwort vor, die nach erneuter Rückprüfung mit dem FvMM-Team und der IG hier in der endgültigen Version wiedergegeben wird.




1) Gravenreuth: Was für eine Stellung hat der deutsche WIKIPEDIA Verein?

FvMM/IG: Zunächst einmal ist klarzustellen, dass es keinen "Wikipedia Verein" gibt. Bei dem Verein, den Sie meinen, handelt es sich laut der amtsgerichtlichen Eintragung (Nr. 23855 Nz.) Amtsgericht Berlin-Charlottenburg um "Wikimedia Deutschland - Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V.". Im umgangssprachlichen Sinne wird der Verein auch kurz "Wikimedia Deutschland e.V." genannt. Wir möchten momentan noch keine Auskunft darüber abgeben, welche Lizenzvereinbarungen oder sonstige Verträge zur Benutzung des geschützten Namen "Wikimedia" bestehen.

Die Wikimedia Deutschland e.V. wird nach § 26 BGB durch den gesamten Vorstand vertreten, das bedeutet: Kurt Jansson, Arne Klempert, Elisabeth Bauer, Henriette Fiebig, Patrick Danowski, Dirk Franke, Nina Gerlach, Martin Haase, Christian Thiele, Jakob Voß. Ausserdem gibt es zur Wikimedia Deutschland e.V. auch einen so genannten "erweiterten Vorstand" namens Mathias Schindler.

Die zugehörige amtsgerichtliche Eintragung stimmt nicht überein, sind teils widersprüchlich und die Angaben beim Impressum sind unvollständig. Trotz mehrerer und wochenlanger Hinweise, u.a. auch beim Lawblog wo der Vorstand regelmässig verkehrt, sind bis heute die Angaben auf der http://www.wikimedia.de/impressum/ nicht vervollständig worden.

Nach offiziellen Angaben tritt der Verein "Wikimedia Deutschland e.V." nach aussen hin "neutral und unabhängig" auf, der sich angeblich für "freies Wissen" engagiert. Bei den Ermittlungen wurde jedoch festgestellt, dass die "Wikimedia Deutschland e.V." in der Tat sehr wohl tief in die Wikipedia-Datenbank zum Wikimedia-System in Holland (EU-Mitglied) verstrickt ist und das "freie Wissen" gerade nicht fördert. So sind beispielsweise zahlreiche Vorstandsmitglieder der "Wikimedia Deutschland e.V." gleichzeitig auch Systemoperatoren der deutschsprachigen Wikipedia. Dies hat zur Folge, dass die eigenen Interessen der "Wikimedia Deutschland e.V." in gezielter Form bei der deutschen Wikipedia eingebracht werden.

Es gibt zahlreiche Rechtsstreitigkeiten gegen die "Wikimedia Deutschland e.V.", die auf der deutschen Wikipedia verschwiegen werden. Nach unseren Informationen handelt es sich um 52 Streitsachen. Fälle werden teilweise in einer "geheimen" Mailingliste besprochen, zu der ein Maulwurf Zugang hat und manchmal seinen Freunden davon berichtet.

Die gezielte Manipulation der deutschen Wikipedia ist spätestens in der Tron-Sache sehr auffällig geworden. Versuchen beispielsweise Dritte, den angeblich neutralen Eintrag zum "Wikimedia"-Artikel zu verbessern, indem sie sämtliche abgeschlossene und unerledigte Streitsachen zum Zwecke eines freien Wissens in den Artikel einbringen wollen, ist die "Wikimedia Deutschland e.V." sofort mit deren Vorstandsmitgliedern da und versucht diese Informationen zu vertuschen. Für die Vertuschung werden die Adminrechte für solche Manipulationszwecke missbraucht. Die "Wikimedia Deutschland e.V." sorgt also dafür, dass sie im Wikimedia-Eintrag möglichst einseitig dargestellt wird. Von einer "Förderung Freien Wissens" - wie der Verein bei seiner amtsgerichtlichen Eintragung angibt - kann von daher nicht mehr die Rede sein. Der Vereinszweck wird auch aus diesen Gründen nicht erfüllt.

Weiter wurde über die Domain Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft eG in Frankfurt festgestellt (Denic), dass ein Herr Arne Klempert sowohl Domaininhaber als auch administrativer Ansprechpartner zu diesem Domainnamen WIKIPEDIA.DE ist. Die bei der Denic angegebene Postanschrift des Arne Klempert mit "Wiener Strasse 7 in 10999 Berlin" ist falsch. Die ladungsfähige Postanschrift des Arne Klempert lautet "Friedrich-Ebert-Straße 1 in 61462 Königstein im Taunus". Da mehrere Rechtsstreitsachen existieren, wird als Motiv vermutet, dass die falschen Angaben bei der Denic dazu führen sollen, möglichst viele Rechtsstreitsachen von Arne Klempert auf die "Wikimedia Deutschland e.V." abzuschieben - während Klempert gleichzeitig in Besitz des Domainnamens bleiben möchte. Arne Klempert ist in der einschlägigen Szene als Domainhändler bekannt.

Wir haben Arne Klempert, Vorstandsmitglied der Wikimedia Deutschland e.V., eine Falle gestellt und sind dabei auf die Spur gekommen, dass zwischen Arne Klempert und der "Boocompany" eine Verbindung besteht. Klempert verbreitet Inhalte sowohl bei der Wikipedia, als auch bei der Wikimedia Deutschland e.V. und zugleich noch bei der Boocompany. Die "Boocompany" wiederrum besteht aus zahlreich mitwirkenden Journalisten, die bei grossen Tageszeitungen und bekannten Onlinemagazinen hauptberuflich tätig sind. Es konnte zudem auch festgestellt werden, dass "mündliche" Aufträge von Verlagen existieren, dass diese speziellen Redakteure auch gleichzeitig bei der Wikipedia und Wikinews mitwirken sollen, um so für mehr Leser und damit auch für mehr "Hits" zu sorgen. Auch die dadurch indirekt produzierte Rankingerhöhungen mit dem Setzen von Hyperlinks auf Verlage spielt eine Rolle bei in dieser Vorgehensweise. Hierfür gibt es das "ok" von Arne Klempert. Insgesamt führt dies zu finanziellen Mehreinnahmen der Verlage und der an der Boocompany beteiligten Redakteure.

Die Boocompany gibt als Domaininhaber einen Herrn "Robert D. Macao, WTC 9th floor Apt. 12/4 in Panama Panama 225-11111 PA" an. Über einen Hilfsmann aus Panama wurde vor Ort in Panama nach diesem Domaininhaber recheriert. Aus dem Bericht geht hervor, dass es keinen "Robert D. Macao, WTC 9th floor Apt. 12/4 in Panama Panama 225-11111 PA" zum Domainnamen der Boocompany gibt. Die Angaben zu den Domainnamen sind von daher ebenfalls unrichtig. Das aufgebaute Netzwerk und Konzept zur Boocompany ist mit dem der Wikimedia Deutschland e.V. fast identisch und in vielen Punkten ausserordentlich auffällig gleich, so dass Zufälle auszuschliessen sind. Es wird auch die Postanschrift der deutschen Boocompany und Supercompany mit einer "Bettina Hoss, Torstrasse 23 in 10119 Berlin" bezweifelt.

Diese von Menschenhand gestaltete Netzwerkverstrickungen führen im Ergebnis dazu, dass zahlreiche Presseberichterstattungen verzerrt und in vielen Punkten unrichtig dargestellt werden. Das bedeutet, dass die manipulierte Wikipedia zusammen mit der Pressemacht die Öffentlichkeit entscheidend beeinflusst. In der Tron-Sache ist dies aufgeflogen. Der Europäische Gerichtshof würde im Hinblick auf geltende EU-Gesetze entscheiden: Lügen haben kurze Beine, auch wenn die manipulierte Presse es anders schreibt.




2) Gravenreuth: Ist er ausschließlich ein Fanclub zu der Inc. in den USA?

FvMM/IG: Auf gar keinen Fall.




3) Gravenreuth: Ein Fanclub wie zu einem Fußballverein, der auch nicht haftet, wenn der Verein Mist macht oder ist dieser Verein mehr?

FvMM/IG: Der derzeitige Stand aus den Ermittlungen ist, dass es sich mit der "Wikimedia Deutschland e.V." vorwiegend nur um eine Tarnung handelt. Dahinter stehen ganz klare finanzielle und kommerzielle Interessen. Beeindruckt hat uns, dass die Wikimedia Foundation Inc in St. Petersburg, Florida (USA) davon Kenntnis hat und diese Machenschaften von Jimmy Wales stillschweigend geduldet werden. Aus einer anderen Recherche geht gleichzeitig hervor, dass der Wikimedia Foundation mehrere Hunderttausende von US-Dollar fehlen. Golem beispielsweise berichtete darüber. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hier weitere Motive für die Manipulation der deutschen Wikipedia gefunden werden können.

Um Ihre Frage mit dem Beispiel zum Fussballverein zu beantworten: Es gibt auf der Wikipedia 190 Schauspieler, die sich als 190 Franz Beckenbauers ausgeben und behaupten, sie alle sind in Kitzbühel. Bei ihren eigenen Rechtsverletzungen solle man sich dann bitte direkt an den echten Franz Beckenbauer in Kitzbühel wenden. Erhält der echte Franz Beckenbauer dann eine Abmahnung, fragen sich die anderen 190 Schauspieler: "Ja, is heut scho Weihnachten?"




4) Gravenreuth: Hat/nimmt dieser Verein selbst Einfluss auf WIKIPEDIA?

FvMM/IG: Ja, das ist nachweisbar und Teile davon wurden auch in diesem Insiderblog veröffentlicht.




5) Gravenreuth: Wer darf, warum in diesem Verein in WIKIPEDIA was machen?

FvMM/IG: Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir hierzu noch keine vollumfängliche Auskunft geben. Wenn Sie die Namen der Vorstandsmitglieder und der Vereinsmitglieder nachrecherieren, kommen Sie früher oder später auch darauf, dass Teile davon auch gleichzeitig Mitglieder beim Chaos Computer Club e.V. in Berlin sind. Beispiele:

Henriette Fiebig ist Vorstandsmitglied bei der Wikimedia Deutschland e.V. und gleichzeitig Mitglied beim CCC e.V. Gleichzeitig ist sie auch Diensteanbieterin der deutschsprachigen Wikipedia.

Mathias Schindler ist Mitglied beim erweiterten Vorstand der Wikimedia Deutschland e.V. und Mitglied beim CCC e.V., gleichzeitig Diensteanbieter der deutschsprachigen Wikipedia.

Und jetzt kommt das schönste Beispiel:

Arne Klempert ist Vorstandsmitglied bei der Wikimedia Deutschland e.V. und als Privatperson Inhaber des Domainnamens WIKIPEDIA.DE. Gleichzeitig ist er Mitglied bei der Boocompany und zugleich auch Diensteanbieter der deutschsprachigen Wikipedia.

Diese Konstellationen gehen Sie bitte einmal alle 190 Diensteanbieters der deutschsprachigen Wikipedia durch, so wie es die Freunde vom Maulwurf bereits getan haben. Und behalten Sie bitte in Ihrem Unterbewusstsein auch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).




6) Gravenreuth: Nur ein Beispiel hierzu ist die Frage, wer von wem und warum welche Sperrrecht bei WIKIPEDIA bei hat. (Die Beiträge zur NPD und zum Verlag Heinz Heise sind bekanntlich gesperrt.)

FvMM/IG: Nach Auskunft der Wikimedia Foundation Inc. in Florida (USA) haben mit dem Stand vom 11.02.2006 insgesamt 190 Personen diese besonderen Zugriffs-, Verwaltungs- und Vollstreckungsrechte zu deutschsprachigen Inhalte der Wikipedia. Hierfür gibt es die Outing-Liste, die Sie auf der http://wikipolizei.blogspot.com/ finden.

Diese 190 Personen sind selbstständige Systemoperatoren und haben diese besonderen Rechte von der Wikimedia Foundation Inc erhalten. Die Mehrheit der Juristen ist in der Auffassung, dass bei diesen 190 Systemoperatoren - gerade weil sie selbstständig, alleine und selbstentscheidend von ihren Zugriffs-, Verwaltungs- und Vollstreckungsrechten Gebrauch machen - jeder Einzelne für sich ein eigener Diensteanbieter ist. Jedoch verweigern sich die meisten die gesetzlichen Vorgaben zum § 6 TDG und § 10 MdStV zu befolgen und erfüllen somit nicht die Impressumspflichten auf ihren einzelnen Benutzerseiten. Mit dieser Identitätsverschleierung wird ein rechtsfreier Raum für illegale Aktionen auf der Wikipedia simuliert. Der rechtswidrige Umgang im Fall Tron zeigte nur die Spitze des Eisbergs beispielsweise rund um das europäische Datenschutzrecht.

Dass der Artikel zum Heise-Verlag gesperrt ist, dürfte womöglicherweise einen recht einfachen Grund haben: Der Journalist, der beim Heise-Verlag beschäftigt ist, ist gleichzeitig Administrator bei der deutschsprachigen Wikipedia. Ziel ist die möglichst positive Darstellung dieses Unternehmens und die entsprechenden eigenen Einträge und die der "Konkurrenten" zu überwachen. Dazu erhalten sie Unterstützung aus der Szene der "Stop1984"-Überwachungsgruppe. In einer der Heise-Forumsnachrichten wurde dieses Thema schon angesprochen. Teils wurde diese Kritik aus dem Heise-Forum gelöscht. Andere Teile wiederrum stehen nach wie vor online.

Vom Prinzip her, unabhängig vom Heise-Fall, ist die Tendenz klar so definierbar: "Wettbewerbsverzerrung per Wikipedia", wo gerade die neue CD/DVD über den Zenedot-Verlag auf den Mark kommen soll ("WP 1.0: Wikipedia in 100 Bänden, Zenodot will die deutsche Wikipedia auf 80.000 Seiten drucken" wobei gleichzeitig nach einer Studie mehr als 1 Millionen Rechtschreibfehler existieren). Diese Argumente der kommerziellen Hintergrundsabsichten lassen sich zur Zeit nicht von der Hand weisen. Bei einem kleinen Büchlein oder Groschenroman über die Wikipedia mit 50 Seiten hätte man noch ein Auge zudrücken können. Hier geht es aber um 80.000 Seiten in 100 Bänden pro Leser. Millionen von Euros, falls das überhaupt reichen sollte. Addiert man auch noch die Zusatzeinnamen anderer Unternehmen und Verlage hinzu, dürften die Gesamtumsätze in den Bereich der Milliarden von Euros gehen.




7) Gravenreuth: Vergibt die amerikanische Inc. dieser Sperrechte oder mischt da der deutsche WIKIPEDIA Verein mit?

FvMM/IG: Sowohl als auch. Die amerikanische Wikimedia Foundation Inc. vergibt diese Zugriffs-, Verwaltungs- und Vollstreckungsrechte an diese 190 deutschsprachigen Diensteanbieter für die deutschsprachige Wikipedia. Nicht alle von diesen 190 Personen, aber viele davon sind gleichzeitig Vorstandsmitglieder und ordentliche Mitglieder bei der "Wikimedia Deutschland e.V." Die Wahl der Administratoren organisieren sich die einschlägig hierfür bekannte Personen selbst. Sie stellen sich gegenseitig ihre eigenen Kandidaten auf, stimmen (natürlich) der Wahl zum Adminstatus zu und schon ist die Wahl gelaufen. Anschliessend wird das Wahlergebnis über "einen" (gemeint ist: den eigenen) Admin an die Wikimedia Foundation Inc gemeldet. Über so genannte deutsche Bürokraten mit deutschem Wohnsitz und Stewards werden dann die technischen Datenbankveränderungen zum Benutzernamen geändert und schon sind die besonderen Zugriffs-, Verwaltungs- und Vollstreckungsrechte aktiv.

Wir haben allerdings auch festgestellt, dass in mindestens 8 Fällen Adminrechte "vergeben" worden sind, ohne dass jemals eine ordnungsgemässe Adminwahl stattgefunden hat. Sie funktionieren über admininterne Verschiebungen von so genannten "leeren" Admin-Accounts. Aufgeflogen ist das Ganze, als mitten bei einer Verschiebung ein allgemeiner Software-Fehler der Wikipedia aufgetreten ist und es so zu "seltsamen" Überschneidungen beim Datenbankabgleich kam. Darüber möchten wir noch in einem eigenen Blogeintrag berichten und dies mit Fotos anschaulich demonstrieren, wie Crackers die Datenbank der Wikipedia missbrauchen.

Ein anderer Missbrauch von Adminrechten sind die sogenannten Sockenpuppen-Accounts, also der Besitz und die Zuordnung von mehreren Admin-Accounts zu nur einer einzigen Person. Die offizielle Zahl, es gäbe mit den 190 Diensteanbieters ebenso 190 verschiedene Personen, ist nicht mehr glaubwürdig. Es sind einerseits wesentlich weniger Personen, da einige davon mehrere Admin-Accounts besitzen. Aber andererseits ist auch die Dunkelziffer illegaler Admin-Accounts für zusätlich integrierte Unbefugte einzuschliessen. Für die Regelungen zum TDG und MdStV dürfte dies keinen Einfluss haben. Sie sind so oder so impressumspflichtig als Diensteanbieter. Früher oder später müssen die Karten auf den Tisch.




8) Gravenreuth: Sobald er mitmacht ist er nicht nur ein Fanclub, sondern haftet ggf. auch - zumindest als Mitstörer.

FvMM/IG: Nach einer rechtswissenschaftlichen Untersuchung wäre es mit einer solchartigen Pauschalisierung nicht so einfach damit abgetan. Zweifel zur Mitstörung als solche bestehen im Grossen und Ganzen nicht. Hierzu sind die höchstrichterlichen Rechtsprechungen in Deutschland sehr eindeutig. Probleme könnte es jedoch bei der Verfolgung der richtigen Mitstörer und bei der ordnungsgemässen Beweispflichtigkeit geben, die dem Rechtsverfolger regelmässig auferlegt werden. In einer "internen" Mailingliste der Wikipedia werden hierzu insbesondere von Alexander Klimke - der über Stammtischbesuche zum Admin ernannt wurde - und Mathias Schindler - der zum erweiterten Vorstand der Wikimedia gehört - Anleitungen in etwa der folgenden Art und Weise vorgetragen:

"Schweigen wie ein Grab und bei Vorwürfen möge die Gegenseite das beweisen, wo sie als Nichtadmin keinen Zugriff auf das entscheidene Beweismaterial hat. Im schlechtesten Falle genügt es auch, einfach nur den Benutzernamen zu bestreiten."

Jeder Rechtsverfolger wird zunächst einmal als Nichtadmin in der Tat vor einem juristischen Problem stehen. Es fehlen die IP-Nummern. Es fehlen die Daten zu den Emailadressen. Es kann somit nicht einwandfrei eine Täterschaft bewiesen werden und die Logfiles befinden sich in den USA.

Wir möchten Ihnen das anhand zweier Beispiele aus der Praxis zeigen:

a) http://de.wikipedia.org/wiki/Günter_Freiherr_von_Gravenreuth

"Er schreibt auch bis heute des öfteren Artikel in Foren, insbesondere im Heise-Forum. Sein dortiges Benutzerkonto wurde am 22. Dezember 2004 gesperrt. Da sich der Anwalt nicht an diese Sperre gehalten hat, hatte der Heise Verlag zwischenzeitlich eine Unterlassungsklage vor dem Landgericht München angestrengt. Im Rahmen dieses Verfahrens hat Freiherr von Gravenreuth gegenüber dem Heise Verlag die Kündigung des Vertrages anerkannt und eine Unterlassungserklärung zu Protokoll gegeben."


Geht man davon aus, dass bei der abgegebenen Unterlassungserklärung eine Vertragsstrafe festgelegt wurde, wäre bei solchen Inhalten diese Vertragsstrafe sofort fällig. Die falsche Tatsachenbehauptung insbesondere die Betonung "bis heute" (11.02.2006) lautet im Ergebniskontext: "Er schreibt auch bis heute den 11.02.2006 des öfteren Artikel [..] im Heise-Forum.", obwohl das Unterlassungsklageverfahren längstens abgeschlossen ist. Man kann beim Heise-Forum nicht gesperrt sein und gleichzeitig doch wieder "bis heute noch" Artikel im Heise-Forum schreiben. Entweder es ist Tag oder Nacht. Diverse Einzelheiten brauchen hier nicht gross erläutert werden. Worum es geht, ist die Mitstörerhaftung und die zu klärende Frage, wer hierfür haftet.

Nur mit sehr viel Mühe und Geduld lassen sich die hinterlassenen Spuren der verantwortlichen Mitstörer über die History rückverfolgen. Zum Beispiel: Wer hat diesen Eintrag "Er schreibt auch bis heute des öfteren" verfasst? Wer hat diese Formulierung verbessert und auf den aktuellen (und richtigen) Stand gebracht? Wer hat diese Änderungen rückgängig und somit sich die rechtswidrigen Inhalte zu eigen gemacht? Für einen Aussenstehenden sehr viel Arbeit. Für einen Insider spielend leicht feststellbar. Für einen Admin allerdings auch spielend leicht vernichtbar.

b) http://de.wikipedia.org/wiki/Tron_(Hacker) und http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Tron_(Hacker)

FvMM/IG: Bei diesem Fall geht es um das postmortale Persönlichkeitsrecht zugunsten von Tron und die dazugehörige Menschenwürde. Da Tron einen in Deutschland einmaligen Familiennamen besitzt, ist er gleichzeitig mit sämtlichen Familienangehörigen sehr leicht identifizierbar. Trons Absicht mit seinem Pseudonym Tron kommt nicht von ungefähr, denn er wollte auch seine Familie schützen. Dieser Sonderfall greift also auch in die Persönlichkeits- und Selbstbestimmungsrechte der Familienangehörigen ein. Hierzu gibt es Rechtsprechung vom EuGH, die ebenfalls hier in diesem Blog mit der Strafakte Frau L. besprochen wurde.

Auch hier in der Tron-Sache kann nachrecheriert werden, wer hierfür für was verantwortlich ist und wann dies geschehen ist. Die Gunst der Stunde nutzte einer der 190 Diensteanbieter als Admin, nämlich Alexander Klimke, missbrauchte die Zugriffs- und Löschrechte, und vernichtete heimlich wichtiges Beweismaterial in der History. Seit dem 2. Februar ist offziell nichts mehr bekannt, wer in all den letzten Wochen und Monaten als Mitstörer haftbar gemacht werden kann. Offiziell. Die Betonung ist offiziell, denn inoffiziell waren die Freunde vom Maulwurf schneller und haben wichtiges Beweismaterial zur Mitstörerhaftung archiviert. Andererseits: Mit dem Missbrauch hat sich Alexander Klimke die Inhalte zu eigen gemacht und könnte hierfür haftbar gemacht werden.




9) Gravenreuth: Mit den Zugriffs-, Verwaltungs- und Vollstreckungsrechten wären die Admins möglicherweise Verrichtungsgehilfe der Wikimedia Foundation Inc.. Welche genauen Dienste bieten Admins aus Deutschland an?

FvMM/IG: Zum Beispiel die Dienstleistungen zur Verwaltung und Pflege der von Dritten eingebrachten Inhalte im Sinne als eine selbstständige Servicedienstleistung (TDG). Die Wikimedia Foundation hat damit überhaupt gar nichts zu tun. Die Servicedienstleistung tut jeder einzelne der 190 Admins selbstständig für sich. Die Wikimedia Foundation hat insoweit nur damit etwas zu tun, weil sie als Domaininhaber für die Abrufbarkeit dieser Inhalte über Holland (EU-Mitglied) sorgt und ebenso auch dort die Technik zur Verfügung stellt, siehe auch Fotos hier. Daraus folgt für die wikipedia.org der Wikimedia Foundation der § 9 TDG:

§ 9 TDG "Durchleitung von Informationen"
(1) Diensteanbieter sind für fremde Informationen, die sie in einem Kommunikationsnetz übermitteln oder zu denen sie den Zugang zur Nutzung vermitteln, nicht verantwortlich, sofern sie
1. die Übermittlung nicht veranlasst,
2. den Adressaten der übermittelten Informationen nicht ausgewählt und
3. die übermittelten Informationen nicht ausgewählt oder verändert haben.
Dieser Satz 1 findet keine Anwendung, wenn der Diensteanbieter absichtlich mit einem der Nutzer seines Dienstes zusammenarbeitet, um rechtswidrige Handlungen zu begehen."


Wenn Sie heute von sich aus freiwillig in der Fussgängerzone in München zusammenkehren gehen, dabei eine Scheibe einschlagen oder anderen Mist bauen, dann ist auch nicht die Stadt München verantwortlich und muss den Schaden bezahlen, nur weil die Fussgängerzone durch München verläuft. Sie sind der Strassenkehrer. Es ist Ihre Servicedienstleistung. Für den selbstverzapften Mist müssen Sie selbst geradestehen. Sollte aber die Stadt München Kenntnis darüber haben, was Sie in deren Bezirk tun, kann sie einschreiten und Ihnen das untersagen oder das trotz Kenntnis dulden. Eine ganz andere Fallkonstellation wäre, wenn Sie über einen Arbeitsvertrag als Strassenkehrer bei der Stadt München beschäftigt sind.

Zwischen der Wikimedia Foundation Inc. und den 190 Diensteanbieters besteht jedenfalls kein arbeitsvertragliches Verhältnis.




Tipp: Beobachten Sie einfach weiterhin dieses Insiderblog. Es gibt auch noch Stoff zum Buch "Offenbarung 23" eines anonymen Autors, der die Familie von Tron aufs Übelste fertigmacht. Wir wissen zwischenzeitlich, wer es ist...

11 Comments:

  • Jetzt fehlt nur noch, dass Arne Klempert Lanu ist und die Katze ist im Sack.

    By Anonymous zupla, at 14 Februar, 2006 01:56  

  • Update: Die Fragen stellte Rechtsanwalt Freiherr von Gravenreuth bei Wikipedia, eine Enzyklopädie für freies Nichtwissen: Die Wikimedia Deutschland löschte die ersten Antworten zu diesem Interview und tauschten sie mit eigenen Antworten aus. Deswegen haben wir unsere Antworten hier wiedergegeben. Kein Grund zur Beunruhigung, liebes R-Archiv, auch wenn Admin und Wikipolizist Tim "avatar" Bartel euch in Panik versetzen möchte. Ob jedoch Herr Freiherr von Gravenreuth einen Hasenbraten beim Inder verspeist hat, wie wir es getan haben, war nicht Thema des Interviews. Auffliegende PR Enten hatten wir schon.

    Gruss
    FvMM

    By Blogger FoMMM, at 15 Februar, 2006 07:53  

  • Arne Klempert ist mit Sicherheit nicht Lanu.

    rl

    By Anonymous Anonym, at 15 Februar, 2006 17:13  

  • Das Wort oder der Name "Lanu" kommt uebrigens aus dem Juedischen. Aber wenn Ihr so tolle Maulwuerfe oder Freunde habt, dann werdet Ihr sicherlich bei der einen oder anderen juedischen Zeitschrift fuendig.

    rl

    By Anonymous rl, at 15 Februar, 2006 17:24  

  • Zitat:

    "...Zunächst einmal ist klarzustellen, dass es keinen "Wikipedia Verein" gibt..."

    Das sehe ich nicht so. Technische Fehlermeldungen oder Sperrmeldungen oder Löschmeldungen auf der DE-Wikipedia gehen an die Emailadresse info@wikipedia.de

    Wer ist wikipedia.de ist, wisst Ihr bereits. Auf dieser Basis mit diesen Fehlermeldungen kann die Glaubhaftmachung erfolgen und ein DE-Richter wuerde das auch viel eher abnehmen.

    Mit irgendwelchen AG-Eintragungen habt Ihr ueberhaupt nichts in der Hosentasche. Vereine gibt es tausende und das sagt noch lange nichts darueber aus, ob eine Verbindung zur Wikipedia besteht.

    rl

    By Anonymous rl, at 15 Februar, 2006 17:25  

  • Zitat:

    "...Weiter wurde über die Domain Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft eG in Frankfurt festgestellt (Denic), dass ein Herr Arne Klempert sowohl Domaininhaber als auch administrativer Ansprechpartner zu diesem Domainnamen WIKIPEDIA.DE ist..."

    Bei der DENIC gibt es keinen "Domaininhaber". Folgedessen kann Arne Klempert auch nicht "Domaininhaber" sein. Arne Klempert ist nur ein voruebergehender Nutzungsberechtigter zu dem Domainnamen WIKIPEDIA.DE, der fuer eine bestimmte Nutzungszeit gegen ein bestimmtes Nutzungsentgeld von der DENIC _die_ Nutzungsberechtigung _zum_ Domainnamen WIKIPEDIA erhalten hat. Sonst ist der nichts. Sonst haette man die Domaine schon laengstens wegpfaenden koennen.

    Das bei der DENIC ist seit Jahren ein Hoax und beschaeftigt immer wieder irgendwelche DE-Gerichte.

    rl

    By Anonymous rl, at 15 Februar, 2006 17:35  

  • Hallo RL! Bitte verwechsle nicht dieses Insiderblog mit einem Prozesstaktikblog. Solange Trons Familienname bei Wikipedia drinsteht, gibt es Stress von uns Insiders. Je länger der Familienname drinsteht, desto mehr lassen wir auffliegen. Was andere mit den Insiderinfos machen, ist uns egal.

    Gruss
    FvMM

    By Blogger FoMMM, at 15 Februar, 2006 21:12  

  • Hallo RL! Die Auskunft kommt von der Denic. Wenn die Denic sagt, Arne Klempert ist der Domaininhaber, dann ist das so. Amen.

    Gruss
    FvMM

    By Blogger FoMMM, at 15 Februar, 2006 21:15  

  • S...... I.. v....... k... W..., w.. d.. T.. d. d..... v.. l..... Z........ m..... E. m... w....... s..., d.. H... Weltverbesserer.
    DW

    By Anonymous Hal Faber telefoniere nach Wikihause, at 16 Februar, 2006 17:00  

  • Hal Faber telefoniere nach Wikihause? :-))) Mach darüber einen Artikel.
    Sepp

    By Anonymous seppl, at 16 Februar, 2006 21:10  

  • By Anonymous jjzliwxe, at 19 Februar, 2006 00:54  

Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen

<< Home